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FONTIS NIMPHA SACRI
SOMNVM NE RVMPE QVIESCO
Bin die Nymphe des Quells, ich ruhe, stör meinen Schlaf nicht.
Wasser steigt aus dem Stein, sprudelt frei aus der Gruft.
Frauen, nackt und im Kleid, auf dem Rand des geöffneten Steingrabs. Amor faßt in den Sarg,
denn der Stein ist schon leer. Wenn dann der Bräutigam kommt, ist Öl in der himmlischen Lampe.
In der irdischen auch, weniger, aber es reicht. Blüten zwingt aus dem Licht
das hart geschliffene Prisma. Veilchen blühen im Beet, Trikoloren der Au. Täglich stehe ich auf
aus der Gruft ergrauter Gedanken.
Erst das gebrochene Licht
bringt die Farben ins Bild.
Elegie für Hildegard

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